Praxis für klassische Osteopathie

Soltauer Straße 130b

21335 Lüneburg

Klassische Osteopathie ist eine Form der Heilkunst, welche erstmalig vor über hundert Jahren von dem amerikanischen Landarzt Dr. A. T. Still (1828 - 1917) dargelegt und wenig später von dem britisch-stämmigen Arzt und Universalgelehrten Dr. J. M. Littlejohn (1865 - 1947) interpretiert wurde. Sie umfasst das hippokratische Konzept der Vis Medicatrix Naturae (Heilkraft der Natur), innerhalb derer der menschliche Körper nicht lediglich als Maschine, sondern vielmehr als vitaler lebendiger Organismus mit einer natürlichen Tendenz zur Selbstheilung, Reinigung und Gesundheit angesehen wird.

Die Entstehung von Krankheit gründet hierbei auf allen Faktoren, welche die vitalen Kräfte im Patienten schwächen und dessen Fähigkeit sich zu erholen beeinträchtigen. Osteopathische Läsionen (tastbare Fehlfunktionen) werden im klassischen Ansatz als natürliche (physiologische) Reaktionen auf Belastungsfaktoren verstanden und hieraus leitet sich ab, dass diese keine simplen mechanischen Störungen, sondern Ausdruck organismischer Anpassungsvorgänge sind. Jedwede Krankheit oder Beeinträchtigung muss daher ebenso durch einen physiologischen Prozess therapeutisch erreicht werden. 

 

Dieser Zugang zur Förderung von Gesundheit steht in deutlichem Kontrast zur orthodoxen Medizin, welche einen mehr direktiven und auf Krankheit bezogenen (pathogenetischen) Ansatz, meist mittels der Verwendung von Pharmazeutika, verfolgt. In der Osteopathie hingegen wird Gesundheit nicht lediglich als Abwesenheit krankhafter Substrate verstanden, sondern vielmehr als organismische Kompetenz für Anpassung, Verarbeitung und Erholung. Sie fokussiert daher auf die Qualitäten der Gesundheit, wie Balance (der Körperstruktur) und Freiheit (der Körperfunktionen) und vermag auf diese Weise Heilungsprozesse zu fördern und zu initiieren. Klassische Osteopathie folgt somit einem salutogenetischen Verständnis von Gesundheit und Krankheit.​

Die besondere, den gesamten Körper involvierende Behandlungsweise des klassischen Ansatzes wurde von J. M. Littlejohn schlicht als Anpassungsvorgang (Adjustment) bezeichnet. Sie zielt auf das Gleichgewicht aller Körpergewebe und Strukturen und dessen Einfluss auf neurologische, zirkulative und endokrine Funktionen. Sie integriert außerdem die Ebene des Selbst- bzw. Leiberlebens und unterstützt damit Prozesse der psychosomatischen Verarbeitung. Somit verbessert die klassische Osteopathie die Regulationsfähigkeit (Homöostase) des Organismus auf grundlegende Weise und fördert die Resilienz im Umgang mit (körperlichem) Leiden.